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Monatsarchiv für November 2010

Die Putzfrau

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Sechs Stunden weniger als 2005

 

Nur wenige Menschen putzen wirklich gerne. Und mehr und mehr Österreicher ringen sich offenbar dazu durch, es dementsprechend seltener zu tun. Das besagt zumindest eine neue Studie. Durchschnittlich zwölf Stunden wird in den heimischen Haushalten pro Woche geputzt – und damit um ganze sechs Stunden weniger als noch vor fünf Jahren. Auch wenn Männer einige Arten von Hausarbeit für sich entdeckt haben: Der Unterschied zwischen den Geschlechtern ist weiterhin enorm.

Frauen putzen dreimal so lange wie Männer

 

In Österreichs Haushalten wird offenbar deutlich weniger geputzt als vor fünf Jahren: 2005 wurden durchschnittlich 18 Stunden pro Woche für Sauberkeit in den eigenen vier Wänden aufgewendet, 2010 sind es nur noch zwölf Stunden. Deutlich sind noch immer die Unterschiede zwischen Männern und Frauen.

Das ergab eine im Auftrag der Branchenplattform Haushalt.aktiv durchgeführte Umfrage von Marketagent.

Frauen investieren durchschnittlich zwölf Stunden pro Woche in Hausarbeit, Männer nur vier Stunden. Kinder halfen vor fünf Jahren noch zwei Stunden und 45 Minuten mit, heute nur noch eine Stunde. Das Minus wird laut der Studie auch nicht durch häufiger im Haushalt helfende Männer oder professionelles Reinigungspersonal ausgeglichen. Entweder putzen die Österreicher heute effizienter und schneller, oder aber die Wohnungen und Häuser werden weniger verschmutzt, oder die Österreicher sind großzügiger geworden und nicht mehr so reinheitsliebend, so das Fazit.

Andererseits weichen die Österreicher damit auch ein bisschen der „Todesfalle Haushalt“ aus: 2009 verletzten sich laut dem Kuratorium für Verkehrssicherheit 34.800 Menschen beim Kochen und bei Reinigungsarbeiten. Rund zwei Drittel davon waren Frauen.

Hygiene nicht für alle wichtig

 

Zwölf Prozent der Befragten saugen täglich, um vier Prozentpunkte weniger als 2005. Jeder Zehnte putzt täglich das WC, sieben Prozent sorgen täglich für ein sauberes Bad. Alle anderen Tätigkeiten werden deutlich seltener durchgeführt. Rund vier Prozent wischen täglich ihre Böden, etwas mehr als zwei Prozent putzen jeden Tag ihre Schuhe.

Knapp 40 Prozent wechseln ihre Bettwäsche zwei- bis dreimal im Monat, 21 Prozent einmal pro Woche. Für 22 Prozent genügt einmal im Monat. Sechs Prozent der Befragten geben an, höchstens dreimal jährlich die Betten frisch zu beziehen. 55 Prozent legen großen Wert auf Sauberkeit in WC, Bad und Küche – bei den anderen Räumen sind sie nicht so kritisch. 27 Prozent sind zufrieden, wenn es ordentlich aussieht, oberflächliches Putzen genügt. Für eine gleich große Gruppe ist sehr gründliches Reinigen wichtig.

Kein Problem mit Unordnung?

 

Und dann gibt es noch elf Prozent, die kein Problem damit haben, unordentlich zu sein, und auch dazu stehen. Sie sind mit 16 Prozent in Tirol und Vorarlberg am stärksten vertreten. Bei den Salzburgern teilen nur halb so viele diese Haltung. Je 14 Prozent der 18- bis 29-Jährigen und der 40- bis 49-Jährigen zählen sich zu den Unordentlichen, bei den 30- bis 39-Jährigen sind es neun Prozent, bei den über 50-Jährigen zehn Prozent. Die Unordentlichen-Riege gab es auch schon 2005, damals war sie mit knapp zehn Prozent noch etwas kleiner.

Kochen ist laut der Umfrage die beliebteste Hausarbeit. Frauen kochen nicht mehr so gern wie 2005. Männer hingegen haben es für sich entdeckt. Die Küche zu putzen steht deswegen aber nicht häufiger auf dem Programm: 2005 gaben 83 Prozent an, täglich ihren Herd und die Arbeitsplatten zu reinigen. 2010 sind es nur noch halb so viele.

Männer entdecken das Bügeln

 

Etwa ein Drittel der Österreich verabscheut Fensterputzen, nur sechs Prozent der Befragten geben an, es sehr gerne zu tun. Und dabei kommt es nicht auf die Wohnungsgröße an: Je kleiner der Haushalt und je städtischer das Umfeld, umso unbeliebter ist diese Tätigkeit. Etwa gleich beliebt ist Bügeln, es hat aber in den vergangenen fünf Jahren dazugewonnen, vor allem weil Männer es weniger anlehnen. Noch einen deutlichen Unterschied zwischen den Geschlechtern beförderte die Studie ans Tageslicht: Männer putzen viel lieber Schuhe als Frauen.

Gemeinsames Putzen senkt Scheidungsquote

 

Dabei trägt gemeinsames Putzen aber offenbar auch ganz andere Früchte. Laut einer heuer von der London School of Economics (LSE) veröffentlichten Studie ist die Scheidungsquote bei Paaren auffallend geringer, bei denen sich der Mann an den täglichen Pflichten wie Putzen, Einkaufen und Kinderbetreuung beteiligt.

Untersucht wurden 3.500 verheiratete Paare, die ihr erstes Kind in den 1970er Jahren hatten – während einer Zeit also, in der die meisten Frauen mit kleinen Kindern zu Hause blieben. Die glücklichsten Ehen waren demnach jene, in denen die Frau zu Hause blieb und sich der Mann möglichst umfangreich an der Hausarbeit beteiligte. Quelle: ORF.at

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